Mutter und Hausfrau oder doch Karrierefrau?

Mutter und Hausfrau oder doch Karrierefrau?

Hausfrau

Wie wird man heute als Mutter eher gesehen?

Mich beschäftigt seit der Geburt unseres ersten Sohnes eine ganz bestimmte Frage. Wie sieht die Gesellschaft eine Mutter? Eher als Hausfrau, die das Familienleben organisiert und für alle da ist und dem Partner den Rücken frei hält? Oder doch als Karrierefrau, die neben Kinder und Haushalt auch noch der eigenen Karriere hinterher hechtet?

Mal ganz ehrlich, wer bestimmt was richtig ist?

Wenn ich da an mich selbst denke, dann bin ich seit der Geburt meiner zwei Söhne überhaupt nicht mehr so sehr hinterher, meine eigene Karriere zu machen. Für mich hat meine Karriere bereits mit unserem ersten Sohn angefangen und hat sich mit unserem zweiten gesteigert. Ich bin zweifache Mama und stolz darauf.

Meinen Job habe ich aufgegeben, weil ich für die Kinder da sein wollte. Zwischendurch habe ich natürlich hier und da mal wieder was probiert, aber es fühlte sich irgendwie nicht richtig genug für mich an. Morgens mit Stress und Druck im Rücken die Kinder für die Kita fertig machen, um dann zur Bahn zu hechten, damit man pünktlich auf der Arbeit ist. Endlich auf der Arbeit angekommen schaut man schon zum ersten Mal wieder auf das Handy, es könnte ja sein, dass die Kita angerufen hat. Die ganzen Stunden auf der Arbeit wird immer wieder auf das Handy geschaut, es ist auf laut gestellt, aber man könnte es ja überhört haben. Geht der Arbeitstag gen Feierabend, wird man schon total nervös, weil man befürchten muss, dass man nicht pünktlich genug bei der Kita ankommt. Schließlich möchte man sein Kind ja auch nicht erst kurz vor knapp abholen, die sollen ja auch noch die Chance haben nach einem langen Kita-Tag auf den Spielplatz gehen zu können, sich mit Freunden treffen oder daheim einfach als Familie was zusammen machen.

Immer wenn ich arbeiten gegangen bin, hatte mich mein schlechtes Gewissen eingeholt. Meine Kinder brauchen mich, ich muss für sie flexibel sein und ihnen zuhause ein schönes Nest herrichten, wenn sie aus der Kita kommen, dass eben nicht mehr hauptsächlich eingekauft und geputzt werden muss, sondern man sich voll und ganz auf die kleinen Schätze konzentrieren kann. Wenn sie groß sind, dann kann man sie nicht mehr so verwöhnen, wie man es jetzt kann und vielleicht würde ich es bereuen, wenn ich meine Zeit nicht ihnen gewidmet habe. Die vergangene Zeit lässt sich eben nicht mehr auf Anfang zurück drehen.

Aber wer bestimmt denn überhaupt, welche „Art“ von Mutter die richtige ist?

Die Industrie? Die Medien? Die Politik? Ich glaube, wir sind einfach viel zu sehr abhängig von dem ganzen und wollen der Rolle gerecht werden, die gerade „in“ ist. Aber warum nur? Meine Schwester sagt immer, ich sei anders als andere. Da mag sie vielleicht recht haben, denn mich interessieren die Meinungen anderer nicht, die meinen: eine gute Mutter macht Karriere und bewältigt Kinder sowie Haushalt nebenbei und kümmern sich auch noch um die Partnerschaft, dass diese nicht in die Brüche geht. Und wo bleibt die Mutter als Frau selbst? Bleibt da überhaupt noch Platz für eine Verschnaufpause? Ist das die Erfüllung einer jeden Frau, sich Tag für Tag abzuhetzen und am Ende des Tages ausgelaugt auf die Couch oder ins Bett fällt?

Jede Frau muss für sich selbst entscheiden, was für sie und ihre Familie das beste ist. Da braucht man weder „Experten“ hinzuziehen noch der gesellschaftlichen Erwartung gerecht werden. Möchte eine Mutter  gerne komplett daheim bleiben und das Einkommen des Mannes reicht für die Familie, dann ist es keine Schande. Man sollte diese Entscheidung einer Mutter akzeptieren und vor allem auch mit Würde respektieren. Eine Mutter, die ihren Job für ihre Familie aufgibt, damit sie sich um die Kinder, den Haushalt und die Ehe/Partnerschaft kümmert, um auch dem Partner den Rücken frei zu halten, dann ist das eine große Leistung und braucht wahre Anerkennung.

Aber darf man hier an dieser Stelle die Mütter, die trotz Familie, ihre Karriere voranbringen wollen und arbeiten gehen, nicht verachten. Auch diese Mütter haben eine große Herausforderung zu bewältigen und geben auch etwas von sich auf, damit sie allem gerecht werden kann. Diesen Müttern ist ebenfalls für ihre Entscheidung mit Respekt und Anerkennung zu begegnen.

Egal welche „Art“ von Mutter man ist, man braucht sich weder dafür zu schämen noch ein schlechtes Gewissen zu haben.

Dank des Beitrages zur „Mutterschaft gestern – heute – morgen“ von Martin R. Textor weiß ich endlich zu welcher „Art“ Mutter ich gehöre. Die „neue“ Mutter ist mein Modell, welches ich lebe. Meinen Job als Rechtsanwaltsfachangestellte habe ich aufgegeben. Finde mich aber nicht in der klassischen Mutterrolle von früher wieder, sondern verfolge meine eigenen Ziele. Meine Kinder gehen trotzdem zur Kita. In der Zeit mache ich den Haushalt, gehe einkaufen und arbeite für meinen eigenen Projekte. Ganz genau – ich arbeite trotzdem. Zwar nicht mehr im Angestelltenverhältnis, aber dafür bringe ich meine Selbständigkeit voran.

Ich habe mich aus gutem Grund dafür entschieden, weil ich einfach flexibler bin. Zu Terminen kann ich auch mal ein Kind mitnehmen, weil ich im Familienbereich arbeite. Und ansonsten kann ich eben auch am Abend, wenn die Kinder schlafen arbeiten oder mit dem Laptop im Bett arbeiten, wenn eines der Kinder krank ist und nicht alleine sein möchte.

Allen Frauen da draußen sei eines mitgegeben: Hört in euch rein. Was auch immer eure Entscheidung ist, steht dazu und lasst euch von nichts und niemandem beirren. Wenn es für euch und eure Familie passt, dann ist das wohl auch die richtige Entscheidung!

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